Sonntag, 14. Oktober 2007

Sprachen und andere Verrueckheiten

Hallo!
Jetzt komme ich endlich mal dazu über Sprachen zu schreiben. Die Landessprache hier ist Spanisch. Allerdings ist dieses Spanisch doch teilweise sehr eigen. Zum einen benutzt man hier Redewendungen und so, die Man anderswo gar nicht kennt, z.B. “que lo quefuer was geht ab. Aber es passiert auch oft dass man denkt dass das was eigenes wäre weil man hier sehr eigenwillig die Wörter kürzt und zusammenzieht wie z.B. “¿commo tuta?” für “¿commo tu estas?”. Außerdem gibt es Wörter die oft an das Englische angelehnt sind und wohl aus den leider sehr starken amerikanischen Einflüssen hier herrühren w.B. “Jepeda” für “Jeep”. Bei der Aussprache kann es, besonders wenn man bei eher etwas bildungsferneren Leuten ist, zu echt lustigen Veränderungen kommen. Da wird dann “s” am Ende grundsätzlich weggelassen und “r” oft zu einem “l” und manchmal sogar zu einem “i”. Dann werden dann aus Sätzen wie “¿ Donde esta la Calle de Cameras, Señor? Ah ahí, ¡gracias Señor!” “¿Dóndeta la Calle de Camela, Señol? Ah ahí, ¡glacia Señol!”. Ansonsten ist es halt auch typisch lateinamerikanisches Spanisch, also wird nichts gelispelt und man sagt nie “vosotros”, sondern immer “ustedes”, also die Höflichkeitsform in der zweiten Person plural.

Kommen wir zu mir: Bei mir ist das auch alles ein wenig verrückt, ich lerne irgendwie alles über eine andere Sprache. Also Spansich lerne ich über das Englische und Französisch hier im Unterricht über das Spanische. Nebenbei bemerkt, ich spreche jetzt endlich deutlich besser Spanisch als Französisch. Ich denke auf 80-90 Prozent Deutsch, auf zehn bis 18 Prozent Englisch, besonders wenn ich mich gerade mal wieder auf Englisch unterhalte. Dann, ganz ganz selten, kommen mir schon manche Sachen auf Spanisch durch den Kopf. Besonders verwirrend ist es wenn ich chatte. Das tue ich nämlich fast immer auf drei Sprachen gleichzeitig. Nach Deutschland auf Deutsch und mit meinen Freunden hier auf Spanisch und auf Englisch. Ab und zu passiert es dann dass unabsichtlich die eine Antwort auf der falsche Sprache war. Insgesamt versuche ich immer Spanisch zu sprechen, aber das klappt leider nicht immer. Dann rutscht man ganz aus Versehen ins Englische ab und merkts manchmal gar nicht so richtig. Nur weil es dann plötzlich so flüssig ist.

Ich hoffe ihr habt jetzt einen kleinen Einblick in den sprachlichen Irrsinn bekommen der mich im Moment hier umgibt. Bis dann und viele liebe und sonnige Grüße aus der Karibik!
jd

1 Kommentar:

pitchblack hat gesagt…

Das mit dem "l" statt "r" kann man auch sehr gut in lateinamerikanischer musik mitverfolgen.
da wird dann anstatt "mi amoR", "mi amol" gesungen.