Montag, 14. April 2008

Mojadera

Hallo!
Diesen Freitag hatten wir in der Schule eine ganz besondere Veranstaltung, eine Mojadera, was so etwas wie eine große Wasserschlacht ist.
Begonnen hat alles mit einem ohrenbetäubendem Knall während des Chemieunterrichts. Alle anderen wussten sofort was Sache ist, nur ich stand da und hatte einfach keine Ahnung. Als sich dann auch noch alle die Schuhe auszogen, die Handys in den Rucksäcken verstauten und die Treppe runter zum Schulhof liefen, war ich endgültig total verwirrt. Doch dann verstand ich endlich worum es geht. Auf dem Schulhof waren zwei Feuerwehrwagen vorgefahren und spritzten mit den Wasserwerfern alle ab die nass werden wollten. Auch liefen überall Leute mit Wasserspritzpistolen, Wasserbomben und Gartenschläuchen herum und verfeuerten das nasse Gut. Dazu lief coole Musik und alle waren total gut drauf. Die Erfrischung kam besonders gut an, da der Tag echt ordentlich heiß war. Zum Glück hatte ich meinen Sporttag, sodass ich mit Sportsachen in der Schule war, die einfach besser und schneller trocknen. Das einzig schade war, dass ich keine Fotos machen konnte, da es eine Überraschung war und ich meine Kamera nicht mit hatte.
Jan David

Mittwoch, 9. April 2008

Wahlen

Hallo!
Wie bereits in meinem Post über die Demokratie erwähnt, finden hier demnächst die Wahlen statt. Die Wahlkampftrommeln laufen auf Hochtouren.
Überall sieht man Plakate mit den Präsidentschaftskandidaten. Hauptsächlich lächelt einen der amtierende Präsident Leonel Fernandez vor violettem Hintergrund an. Seinen gewichtigsten Herausforderer Miguel Vargas sieht man jedoch auch sehr häufig. Doch nur bei Plakaten bleibt es natürlich nicht. Man sieht besonders in den letzten Tagen sehr oft an der Straßenseite eine große Menschenmasse, die sich mit Plakaten, Fahnen, T-shirts und Musik zu ihrem Präsidentschaftskandidaten bekennen. Auch hört man im Radio bekannte Lieder, die umgeschrieben wurden und nun als Wahlkampfmittel eingesetzt werden(z.B. "Leonel gana, hey" von Omega statt "No me amas, hey").
Heute erreichte der Wahlkampf den bisherigen Höhepunkt. Oppositionsparteien organisierten einen Streik um gegen Leonel zu protestieren. Da Streiks hier ein wenig anders aussehen als in Deutschland, werde ich heute mein Wohngebiet eher nicht verlassen, obwohl dieser Streik eher halbherzig ausgeführt wurde.
Nach der allgemeinen Stimmung und auch nach Umfragen zu urteilen, sieht es so aus, als wäre Miguel Vargas zwar recht stark, allerdings wird Leonel Fernandez höchstwahrscheinlich weiterhin Präsident bleiben. Ich persönlich glaube, dass dies richtig wäre, denn dann könnte der bisherige zukunftsgerichtete Kurs weitergeführt werden.
Jan David

Nachtrag:
Die Partei "Partido Liberación Dominicana (PLD)" hat mit Leonel Fernandez die Wahlen gewonnen und 53.72% der Stimmen bekommen. Die Partei "Partido Revolucionario Dominicano (PRD)" erlangte mit Migeul als Praesidentschaftskandidat 40.55 %. Weit abgeschlagen liegt die Partei "Partido Reformista Social Cristiano" mit Amable Aristy und 4.63%.

Eine Insel mit zwei Welten

Hallo!
Die Dominikanische Republik befindet sich zusammen mit Haiti auf der Insel Hispanola. Trotz der geografischen Nähe sind die Unterschiede immens.
Während die Dominikanische Republik nach Ländern wie Argentinien, Chile, Peru u.a. zu den wirtschaftsstärksten Ländern Lateinamerikas gehört, ist Haiti das ärmste Land der westlichen Hemisphere. Auch kulturell merkt man unglaublich große Unterschiede. Die Dominikanische Republik ist ein typisches lateinamerikanisches Land. Die katholische Kirche hat große Einflüsse und man betrachtet sich selbst als kulturelle Nachfahren der spanischen Kolonialisten. Von der Indiokultur der Ureinwohner sind nur noch Spuren vorhanden und die afrikanischen Wurzeln werden weitesgehend verleugnet.
Haiti hingegen sieht sich selbst als ein schwarzes Land an und hat eine sehr afrikanische Kultur. Es gibt zwei offizielle Sprachen, das Französische und Kreyòl. Französisch wird hauptsächlich von der weißen Oberschicht gesprochen, die jedoch nur ein zwanzigstel der Bevölkerung ausmacht. Kreyòl hat vor allem französische, spanische und indianische Wurzeln und eine afrikanische Grammatik sowie sprachliche Einflüsse verschiedener westafrikanischer Sprachen. Es hört sich sehr fremd an. Obwohl sich in Haiti große Teile der Bevölkerung als christlich bezeichnen, ist die Voodoo definitiv die einflussreichste Religion. Dies schürt natürlich auch Vorurteile, so sagt man, wenn ein Hund abgehauen ist, dass die Haitianer ihn verschleppt und für Voodoo geopfert haben.
Da Haiti wirtschaftlich total am Ende ist, fliehen viele Einwohner in die Dominikanische Republik um dort illegal zu arbeiten. Sie arbeiten unter oft sehr schlechten Arbeitsbedingungen und werden ebenso mies bezahlt. Eine Hausangestellte verdient pro Woche in etwa 500-700 Pesos was 15 Euro entspricht. Durch diese großen sozialen Unterschiede kommt es auch häufig zu Rassismus. Ich würde die soziale Struktur wie folgt einteilen: ganz oben stehen die reichen Dominikaner, darunter die armen Dominikaner und ganz weit abgeschlagen die Haitianer. Die einzige Ausnahme bilden reiche Haitianer der Oberschicht die hier leben. Zum Beispiel ist meine Französischlehrerin Haitianerin.
Durch die steigenden Lebensmittelpreise gibt es derzeit starke Unruhen in Haiti:

http://www.stern.de - Steigende Lebensmittelpreise - Unruhe in Haiti

Es ist wirklich eine Insel mit zwei Welten. Eine lateinamerikanische und eine andere afrikanische.
Jan David

Sonntag, 6. April 2008

Bremen Vier Weltweit


Ich habe das Bremen Vier Interview mit Jan David aufgezeichnet. Wer es also verpasst hat kann einen Kommentar hinterlassen, ich sende die Mp3 (05:15, 96 kBit/s, 3,60 MB) dann per E-Mail an Euch.

Ingmar