Donnerstag, 27. Dezember 2007

Weihnachtskonzert

Hallo!
Da ich hier an der Musikschule Schlagzeug- und Gitarrenunterricht nehme, war ich natürlich auch bei dem Weihnachtskonzert von dieser dabei. Mit meinem Lehrer Robin und acht weiteren Gitarristen haben wir "Noche de Paz", also "Stille Nacht, heilige Nacht" gespielt. Das Konzert fand am Vorabend von Heiligabend in der Kathedrale von Santiago statt.
Es war zwar nicht ganz so voll, wie bei den Weihnachtskonzerten des GaWs , aber dennoch sind viele Leute in diese sehr schöne Kirche gekommen. Zu dem Konzert wurde die Weihnachtsgeschichte erzählt und an passenden Stellen gab es eine musikalische Untermalung. Am Anfang trat ein kleines Orchester mit Klavier, Schlagzeug, Geigen, Sängerinnen, Bass, Gitarre und einigen Flöten auf. Später gab es noch eine Art Krippenspiel, eine Tanzdarbietung und vieles mehr. Allgemein war es etwas peppiger als die Weihnachtsgottesdienste oder Konzerte in Deutschland, was auch besser zu der Mentalität der Menschen hier passt. Unser Auftritt hat mir sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich insgesamt neun Gitarren schon ziemlich viel für ein einziges Stück fand. Die Fotos sind ziemlich dunkel, da ich ein Problem mit meinem Blitz hatte.
Bis dann und viele liebe Weihnachtsgrüße aus der Dominikanischen Republik!
Jan David

Weihnachtskonzert

Sonntag, 16. Dezember 2007

Die Fortbewegung

Hallo!
Die Fortbewegung hier ist etwas anders als in Deutschland und ich finde es lohnt sich einmal darüber zu schreiben. Zum einen gibt es die privaten und zum anderen die öffentlichen Verkehrsmittel. Privat fahren viele Leute, die es sich leisten können einen Jeep, denn teilweise sind die Straßen echt mies. Wenn man nicht gefahren werden kann, kann man ein Taxi rufen. Dies kostet ungefähr 150 Pesos, also drei Euro. Das klingt zwar recht günstig, aber auf die Dauer läppert es sich dann doch ganz schön. Ansonsten gibt es noch die wirklichen öffentlichen Verkehrsmittel:

  • Der Voladora / Guaga
    Dies ist ein Minibus, der bestimmte Routen abfährt. Er ist in etwa so groß wie ein VW-Bulli. Seine Seitenschiebetür ist immer geöffnet und eine Person guckt raus und achtet darauf, wer mitfahren möchte. Man stellt sich also am Straßenrand einer Route und wartet bis man den Guaga sieht, streckt dann den Arm aus und wartet bis dieser anhält. Man muss ungefähr 15 Pesos, also ein Zehntel eines Taxis bezahlen. Eigentlich ist diese Art der Fortbewegung ziemlich bequem, auch wenn es eigentlich immer sau eng ist und die Leute sehr schwitzen. Allerdings kann man auch manchmal Pech habe und einem wird ein Fernseher oder so auf den Schoß gesetzt, der einem bei jedem Schlagloch in die Rippen rammt, wie mir heute. Wenn der Guaga sehr voll ist kann es auch vorkommen, dass man sich in der Tür hängen muss. Dort ist es zwar angenehm frisch, aber es nervt schon ein bisschen sich da immer festzuklammern. Ich habe schon 27 Personen in einem Guaga gesehen, aber dann ist die Kapazität endgültig erschöpft.

  • Das Concho
    Der Concho funktioniert genauso wie ein Guagua. Allerdings sind das normale Autos die die Strecken abfahren. In ein solches Concho passen dann sechs Passagiere, zwei vorne und vier auf der Rückbank. Obwohl diese Conchos eigentlich das Gleiche wie Guaguas machen, bezahlt man nur 10 Pesos für eine Fahrt.

  • Das Motoconcho
    Das Motoconcho ist eine Art Motorradtaxi. Die Motorradfahrer fahren mit einem speziellem Leibchen die größeren Straßen aufund ab und warten darauf, dass jemand sie auffordert sie mitzunehmen. Dann sagt man wohin es gehen soll, verhandelt über den Preis und schon geht es los. Natürlich ohne Helm. Auf ein Motoconcho passen mit dem Fahrer zwei weitere Personen und z.B. Gitarren. Man sieht auch private Motorräder mit vier Menschen drauf, aber mehr geht dann auch nicht.

Im Moment gibt es bei uns ein kleines Verkehrschaos. Ich wohne ein wenig abseits von Santiago und die Straße dahin wird auf großen Strecken umgebaut, denn sie soll verbreitert werden. Eigentlich ein sehr gutes Anliegen, allerdings nicht so genial geplant. Zunächst wurden große Strecken dieser Straße einfach aufgerissen, sodass da anstatt einer geteerten Straße nur noch eine Sandpiste existiert. Diese wurde von den extremen Regengüssen in der letzten Zeit deutlich in Mitleidenschaft gezogen und ist voll tiefer Schlaglöcher und nur noch bedingt befahrbar. Wir sind sofort auf eine andere Straße ausgewichen. Dies taten dann aber relativ schnell viele andere Autofahrer auch, sodass es zu großen Staus kam und auch diese Straße in den Dutt ging. Nun müssen wir wieder die andere Straße nehmen. Obwohl es nur ein guter halber Kilometer ist, auf der die Straße in diesem katastrophalen Zustand ist, braucht man dafür eine gute Viertelstunde. Manchmal wünsche ich mir das deutsche Straßenbauamt hierher...
Bis dann und viele liebe Grüße!
Jan David

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Schietweder

Hallo!
Manchmal vermisse ich hier meine Schuhe aus Deutschland. Wenn ich in den Bergen bin, vermisse ich meine Wanderschuhe, im Fitnesscenter meine Sportschuhe und im Moment meine Gummistiefel. Denn diese wären im Moment das ideale Paar Schuhe, denn es zieht mal wieder ein Sturm über die schöne Insel Hispaniola hinweg, sodass wir wieder ganz viel Regen abbekommen. Zwar scheint zwischenzeitlich immer wieder die Sonne, aber die düsteren Wolken wollen sich einfach nicht verziehen. Gestern war unsere Auffahrt mal wieder überflutet, Erinnerungen an den Hurricane wurden wach. Diesmal aber konnte ich mein Wohngebiet dennoch verlassen und hatte somit die Möglichkeit die Folgen des Regens draußen zu sehen. Es war genau wie ich es erwartet hatte. Viele Grundstücke waren überschwemmt und auch einige Häuser standen teilweise unter Wasser. Die Straße war von riesigen Pfützen beherrscht und stand auch auf großen Strecken unter Wasser. Jetzt war ich doch sehr froh darüber, dass wir einen Edeljeep fahren, obwohl ich diese Dinger eigentlich hasse. So kommt alles zu seinem Zweck.
Bis dann und viel liebe Grüße!
Jan David

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Mit amerikanischen Augenärzten

Hallo!
Es ist zwar schon etwas her, aber jetzt komme ich endlich dazu von einer weiteren Hilfsaktion mit ILAC zu berichten. Vor zwei Wochen kamen amerikanische Augenärzte mit tausenden von Brillen hierher um die Menschen vom Land mit dringend benötigten Sehhilfen auszustatten. Da mich die Koordinatorin von diesem Projekt schon von der Aktion mit den deutschen Ärzten her kannte, fragte sie mich, ob es möglich sei, dass ich zum Übersetzten mitkomme. Wieder war ich Feuer und Flamme, doch zunächst musste ich mich wie immer um alle Erlaubnisse kümmern. Alles schien wunderbat bis ich bei AFS anfragte. Dort war man dagegen, dass ich wieder ein paar Tage lang nicht zur Schule gehe um ILAC zu helfen. Nach langem Geringe durfte ich dann einen Tag gehen. Aber dieser Tag hat sich echt gelohnt.
Ich musste um halb sechs aufstehen, denn das Frühstück im ILAC-Center fand um sechs Uhr statt. Dort angekommen habe ich dann auch endlich die Gruppe kennengelernt. Es waren sehr nette, aber auch relativ strenge Leute. So musste man aufpassen, dass man KEIN einziges Schimpfwort über die Lippen bringt, was am Anfang gar nicht so leicht war, denn ich war ja gewöhnt immer mit Jugendlichen auf Englisch zu sprechen. Nachdem ich mich den Sitten angepasst habe, ging es endlich mit dem Bus in die Berge zu dem Dorf in dem wir an diesem Tag helfen sollten. Dort angekommen, wurde mir meine Aufgabe erklärt. Ich arbeitete in der Brillenausgabe und sollte Brillen nach dem vom Augenarzt ausgestellten Rezept raussuchen, den Leuten diese erklären und den Ärzten bei gegebenen Verständigungsproblemen zur Seite stehen.
Die Zeit verging wie im Fluge und plötzlich saßen wir schon im Bus auf der Rückfahrt. Dort hatten Hannah und ich noch sehr viel Spaß mit einer Ärztin und dem Fahrer, die wir schon von vorher kannten. Wir haben schön laut auf Spanisch geredet und konnten auch wieder die verpönten Kraftwörter benutzen. Nur einmal ist mir zu Hannah rausgerutscht:" Well I am so fucking tired right now...", daraufhin erntete ich einen ganz bösen Blick von einer eigentlich sehr netten Ärztin.
Zu Hause angekommen schenkten uns die Amerikaner noch als Dankeschön für die Hilfe zwei Riesenpötte Erdnussbutter. Typisch amerikanisch. Und alle die Hannah kennen, können sich vorstellen wie sie sich darüber gefreut hat.
Bis dann und noch viele liebe Grüße von der Insel!
jd


Brillen für die Welt

Freitag, 7. Dezember 2007

Die Zeit der Examen

Hallo!
Wir schreiben in Moment die Halbjahresexamen, die zweitwichtigsten Examen im Schuljahr. Da diese Examen doch ein wenig anders ablaufen als in Deutschland, ist es wert darüber zu berichten.
In diesen drei Wochen wird für jedes Fach das Examen geschrieben. Diese Prüfungen zählen 100 Punkte und sind damit so wichtig wie zweieinhalb normale Examen. Wenn man in einem Fach überdurchschnittliche Leistungen erbracht hat, dann muss man diese Prüfung in dem Fach nicht schreiben. Da wir nur für die Prüfungen, also für ein bis zwei Stunden, in die Schule kommen, kann es passieren, dass einige Leute im Moment fast gar nicht zur Schule gehen müssen. Im Vorfeld gab es einen Zettel mit allen Verhaltensregeln während der Zeit der Examen. z.B. muss man einen traditionellen Haarschnitt haben. Also alles schön kurz bei Männern. Zum Glück wurde ich mit meiner Frisur noch nicht angesprochen, wie es einigen meiner Freunden passiert ist.
In der Schule kontrollieren die Lehrer, auf dem Weg nach oben zu den Klassenräumen, ob man irgendetwas unerlaubtes, wie Spickzettel oder Handys bei sich trägt. Die letzteren sind deshalb verboten, weil es oft vorgekommen ist, dass Freunde sich die Lösungen per SMS zugeschickt haben. Im Klassenraum angekommen werden die einzelnen Klassen geteilt, die eine Hälfte geht in den Klassenraum einer anderen Klasse. Nach dieser Prozedur bekommt man es endlich, das Examen. Dieses ist immer ewig lang aber sehr einfach.
Nachdem man fertig ist, wartet man, bis man wieder abgeholt und nach Hause gefahren wird. Jeder in seinem eigenen Auto, denn Busse oder Fahrgemeinschaften sind kaum verbreitet. Ich kann es einfach nicht verstehen, warum ich mich um halb Sieben aus dem Bett quälen muss, um um Zehn wieder zu Hause zu sein.

Ich hoffe ihr konntet einen kleinen Einblick in das dominikanische Schulsystem bekommen. Bis dahin noch viele sonnige Grüße!
Jan David

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Anmerkung der Redaktion: Der Autor hat vermutlich das spanische "el examen" mit dem deutschen "Examen" übersetzt. Weiter evtl. treffendere Übersetzungen gibt es hier.