¿Hola, commo estan?
Genauso herzlich wurden wir, die Gruppe der deutschen Ärzte und ich, in Las Lagunas empfangen. Das ist der Name des kleinen Dorfes in den Bergen in der Mitte der dominikanischen Republik. Für uns war es der Ort an den wir gekommen waren um den Leuten so gut wie es geht medizinische Hilfe zu bieten. Mit vier Internisten, drei Zähneärzten, zwei Krankenschwestern, einer Physiotherapeuten, einem Kinderarzt und einem Apotheker und mir ging es am Montag, dem 19 November los in die Berge. Am Ziel angekommen mussten wir zunächst die Apotheke mit den Medikamenten bestücken, die Zimmer beziehen und nach der über vierstündigen Busfahrt über Stock und Stein etwas essen. Gewohnt haben wir in Häusern von Familien, die uns freiwillig aufgenommen haben. Bekocht wurden wir zentral von einer Familie, die sich freundlicherweise dazu bereiterklärt hat. Wir wurde mit großer Gastfreundschaft empfangen.
Am Dienstagmorgen begann dann der erste Arbeitstag. Ich sollte bei Thomas, einem Internisten aus Garmisch-Patenkirchen arbeiten. Meine Aufgabe bestand darin zu übersetzen und mit den Patienten zu reden. Nach einiger Zeit wusste ich langsam, was ich fragen soll und wie ich auf eine bestimmte Beschreibung eines Problems eingehen soll.
Am Dienstag kamen weitere Übersetzer, sodass ich von dem Internisten zum Kinderarzt versetzt wurde, wo ich dann bis zum Ende blieb. Im Gegensatz zu allen anderen, die aus dem tiefen Süden Deutschlands kamen, war er wie ich aus dem Norden und wohnt nur 40 Kilometer von mir zu Hause weg. Die Arbeit bei dem Kinderarzt hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es war schön den ganzen Kleinen zu helfen und sie von Problemen und Krankheiten zu befreien. Sehr froh war ich, dass es keine ernsthaften Erkrankungen gab. Die meisten klagten über Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Parasitenbefall auf der Haut. Auch gab es viele Mittelohr- und Harnwegsentzündungen. Ein Patient war auch aus medizinischer Sicht sehr interessant, denn er war, wie wir mit dem tragbaren Ultraschallgerät festgestellen konnten, anatomisch völlig anders aufgebaut. Alles war verdreht, das Herz saß auf der rechten Seite und nichts war an dem eigentlichen Platz. Dies ist allerdings völlig ungefährlich und nur eine Besonderheit der Natur. Nur muss er aufpassen, wenn er jemals operiert werden sollte denn dann müsste der Arzt völlig umdenken. Über diesen Patienten haben sich natürlich ganz besonders die jungen Internisten gefreut, denn so etwas ist sehr selten und man bekommt das nicht sehr oft zu sehen.
Nach Tagen voller Spaß, Arbeit, gemeinsamen abendlichen Zusammensitzen mit Gitarre und einigen katholischen Messen sollte es sich dann aber leider doch dem Ende nähern. Am letzten vollen Tag, am Donnerstag, wurde am Abend eine Feier zum Abschied veranstaltet. Alle tanzten Merengue und erfreuten sich der typisch dominikanischen Getränke. Die beiden jungen Zahnärzte, die bei uns bisher eher als Workaholics bekannt waren stellten sich als sehr gute Tänzer heraus. Besonders auch die beiden sehr hübschen ortsansässigen Zahnarzthelferinnen waren begeisterte Tänzerinnen. Alle tanzten mit allen, jung mit alt. So hat es unseren 62-jährigen Apotheker angenehm überrascht, dass die jungen, hübschen Mädels sich darüber gefreut haben mit ihm tanzen zu dürfen. Alles in allem war es ein sehr sehr gelungener Abend und alle gingen vergnügt nach Hause.
Am Freitagmorgen behandelten wir die letzten Patienten und packten dann die Medikamente wieder ein. Dann kam es, nachdem auch als letztes die Zahnärzte fertig waren, leider schon zum Abschied. Ich wurde mehrfach gefragt, ob ich da nicht bleiben will, aber ich meinte, dass ich das meiner Familie in Deutschland nicht antun kann und dass ich denen versprochen habe wiederzukommen.
Am Abend waren wir alle gemeinsam zum Essen eingeladen, was wir auch sehr genossen. Danach habe ich noch den beiden jungen Zahnärzten und Thomas die beliebteste Disko in Santiago gezeigt, das Zoom.
Für Samstag und Sonntag sind wir nach Sosua an den Strand gefahren um dort die Woche voll Arbeit angenehm ausklingen zu lassen. Wir haben es alle sehr genossen am Meer zu liegen und in die Wellen zu springen. Diese standen denen an der Nordseeküste in nichts nach, sodass wir einige Male echt umgehauen wurden. Am Abend war dann aber für mich auch diese letzte Etappe des Ausfluges mit den Ärzten vorbei. Sie mussten ihren Flieger und ich meinen Bus nach Hause erreichen. So kam es dann zum Abschied. Im Bus überkam mich das mir wohl bekannte Gefühl der Leere nach einer tollen Zeit. Allerdings habe ich auch gleich wieder neue Leute kennengelernt, mit denen ich mich echt nett unterhalten konnte.
Alles in allem eine echt tolle Woche.
Bis dann und viele liebe Grüße!
Jan David
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