Hallo!
Schon seitdem ich hier bin sind mir ganz viele deutsche Sachen aufgefallen, die einfach so hier sind. Hier eine kleine Auflistung von Dingen die mir so durch den Kopf gehen.
Im Supermarkt findet man allerlei deutscher Artikel, so z.B. Studentenfutter oder deutsche Kochtoepfe. Dabei wird dann allerdings nichts uebersetzt sondern es steht einfach als "Kochtoepfe aus Sohlingen" oder "Studentenfutter" da.
Natuerlich sieht man auf der Strasse auch ganz viele deutsche Dinge. Zum einen natuerlich deutsche Autso von VW, BMW, Mercedes, Audi oder Porsche. Aber habe ich auch schon Aufkleber wie "Hipp- Baby faehrt mit", oder "Atomkraft, nein danke" an Autos prangern gesehen.
In einer durch Qualitaet nicht ganz so glaenzenden Telenovela, die ich einmal beim Zappen gesehen habe, gibt es natuerlich auch eine deutsche Familie. Das Bild was dort vermittelt wurde ist jedoch echt grausig. Die Frau traegt einen uralten und bis zum Hals hochgeschlossenen grauen Mantel auf deren Knoepfen ein preussische Reichsadler sitzen. Dieses Bild ist etwas unheimlich.
Natuerlich stoesst man immer wieder auf die deutsche Vergangenheit hier. Zum einen wird mit Deutschland wie ueberall zunaechst Hitler assoziert. Aber das ist auch verstaendlich denn man sieht quasi permanent im Fernsehen Doumentationen oder Filme die sich mit diesem Thema befassen. Allerdings wird das Thema nicht so sehr differenziert gesehen, so konnte man sich z.B. an Valentin Hakenkreuztatoos kaufen.
Interessant ist auch, dass der damalige hisiege Diktator Trujillo mit Hitler eigentlich ein sehr gutes Verhaeltniss hatte, ihm dann aber doch den Krieg erklaert hatte um es sich nicht mit den US-Amerikanern zu verscherzen.
Jedoch gibt es natuerlich auch gute Dinge aus Deutschland hier zu finden. So sind z.B. ganz viele Stifte und Medizin hier Made in Germany. Auch ist Frank Kafkas Verwandlung in meiner Schuel Pflichtlektuere. In einer Powerpontpraesentation ueber die Globale Erwaermung und wie man sie verhindern kann, wurde ein Foto von einem ICE als Beispiel fuer oeffentliche Verkehrsmittel genommen.
Die Mehrheit der Austauschschueler hier in der Dominikanischen Republik sind Deutsche. Deutsch ist auf AFS-Camps mit 23 Deutschen und 4 Schweizern von anfangs knapp 60 Autauschschuelern definitiv die meistgesprochene Muttersprache. Auch findet man in den Strandorten Cabarete und Sosua ganz viele deutsche Touristen. Dort kann es auch mal einfach passieren dass man in den Supermakrt geht und jede Menge Deutsch hoert.
Meine Freunde sagen mir, dass ich immer total verrueckt werden wuerde, wenn ich etwas deutsches sehe. Vielleicht haben sie ja auch Recht, aber ich fuehle mich halt einfach ein bisschen zu Hause, wenn Nena im Radio 99 Luftballons traellert, oder vor mir auf der Strasse ein alter Kaefer faehrt.
Jan David
Montag, 12. Mai 2008
Deutschland in der Dom. Rep.
Montag, 14. April 2008
Mojadera
Hallo!
Diesen Freitag hatten wir in der Schule eine ganz besondere Veranstaltung, eine Mojadera, was so etwas wie eine große Wasserschlacht ist.
Begonnen hat alles mit einem ohrenbetäubendem Knall während des Chemieunterrichts. Alle anderen wussten sofort was Sache ist, nur ich stand da und hatte einfach keine Ahnung. Als sich dann auch noch alle die Schuhe auszogen, die Handys in den Rucksäcken verstauten und die Treppe runter zum Schulhof liefen, war ich endgültig total verwirrt. Doch dann verstand ich endlich worum es geht. Auf dem Schulhof waren zwei Feuerwehrwagen vorgefahren und spritzten mit den Wasserwerfern alle ab die nass werden wollten. Auch liefen überall Leute mit Wasserspritzpistolen, Wasserbomben und Gartenschläuchen herum und verfeuerten das nasse Gut. Dazu lief coole Musik und alle waren total gut drauf. Die Erfrischung kam besonders gut an, da der Tag echt ordentlich heiß war. Zum Glück hatte ich meinen Sporttag, sodass ich mit Sportsachen in der Schule war, die einfach besser und schneller trocknen. Das einzig schade war, dass ich keine Fotos machen konnte, da es eine Überraschung war und ich meine Kamera nicht mit hatte.
Jan David
Labels: el instituto
Mittwoch, 9. April 2008
Wahlen
Hallo!
Wie bereits in meinem Post über die Demokratie erwähnt, finden hier demnächst die Wahlen statt. Die Wahlkampftrommeln laufen auf Hochtouren.
Überall sieht man Plakate mit den Präsidentschaftskandidaten. Hauptsächlich lächelt einen der amtierende Präsident Leonel Fernandez vor violettem Hintergrund an. Seinen gewichtigsten Herausforderer Miguel Vargas sieht man jedoch auch sehr häufig. Doch nur bei Plakaten bleibt es natürlich nicht. Man sieht besonders in den letzten Tagen sehr oft an der Straßenseite eine große Menschenmasse, die sich mit Plakaten, Fahnen, T-shirts und Musik zu ihrem Präsidentschaftskandidaten bekennen. Auch hört man im Radio bekannte Lieder, die umgeschrieben wurden und nun als Wahlkampfmittel eingesetzt werden(z.B. "Leonel gana, hey" von Omega statt "No me amas, hey").
Heute erreichte der Wahlkampf den bisherigen Höhepunkt. Oppositionsparteien organisierten einen Streik um gegen Leonel zu protestieren. Da Streiks hier ein wenig anders aussehen als in Deutschland, werde ich heute mein Wohngebiet eher nicht verlassen, obwohl dieser Streik eher halbherzig ausgeführt wurde.
Nach der allgemeinen Stimmung und auch nach Umfragen zu urteilen, sieht es so aus, als wäre Miguel Vargas zwar recht stark, allerdings wird Leonel Fernandez höchstwahrscheinlich weiterhin Präsident bleiben. Ich persönlich glaube, dass dies richtig wäre, denn dann könnte der bisherige zukunftsgerichtete Kurs weitergeführt werden.
Jan David
Nachtrag:
Die Partei "Partido Liberación Dominicana (PLD)" hat mit Leonel Fernandez die Wahlen gewonnen und 53.72% der Stimmen bekommen. Die Partei "Partido Revolucionario Dominicano (PRD)" erlangte mit Migeul als Praesidentschaftskandidat 40.55 %. Weit abgeschlagen liegt die Partei "Partido Reformista Social Cristiano" mit Amable Aristy und 4.63%.
Labels: política
Eine Insel mit zwei Welten
Hallo!
Die Dominikanische Republik befindet sich zusammen mit Haiti auf der Insel Hispanola. Trotz der geografischen Nähe sind die Unterschiede immens.
Während die Dominikanische Republik nach Ländern wie Argentinien, Chile, Peru u.a. zu den wirtschaftsstärksten Ländern Lateinamerikas gehört, ist Haiti das ärmste Land der westlichen Hemisphere. Auch kulturell merkt man unglaublich große Unterschiede. Die Dominikanische Republik ist ein typisches lateinamerikanisches Land. Die katholische Kirche hat große Einflüsse und man betrachtet sich selbst als kulturelle Nachfahren der spanischen Kolonialisten. Von der Indiokultur der Ureinwohner sind nur noch Spuren vorhanden und die afrikanischen Wurzeln werden weitesgehend verleugnet.
Haiti hingegen sieht sich selbst als ein schwarzes Land an und hat eine sehr afrikanische Kultur. Es gibt zwei offizielle Sprachen, das Französische und Kreyòl. Französisch wird hauptsächlich von der weißen Oberschicht gesprochen, die jedoch nur ein zwanzigstel der Bevölkerung ausmacht. Kreyòl hat vor allem französische, spanische und indianische Wurzeln und eine afrikanische Grammatik sowie sprachliche Einflüsse verschiedener westafrikanischer Sprachen. Es hört sich sehr fremd an. Obwohl sich in Haiti große Teile der Bevölkerung als christlich bezeichnen, ist die Voodoo definitiv die einflussreichste Religion. Dies schürt natürlich auch Vorurteile, so sagt man, wenn ein Hund abgehauen ist, dass die Haitianer ihn verschleppt und für Voodoo geopfert haben.
Da Haiti wirtschaftlich total am Ende ist, fliehen viele Einwohner in die Dominikanische Republik um dort illegal zu arbeiten. Sie arbeiten unter oft sehr schlechten Arbeitsbedingungen und werden ebenso mies bezahlt. Eine Hausangestellte verdient pro Woche in etwa 500-700 Pesos was 15 Euro entspricht. Durch diese großen sozialen Unterschiede kommt es auch häufig zu Rassismus. Ich würde die soziale Struktur wie folgt einteilen: ganz oben stehen die reichen Dominikaner, darunter die armen Dominikaner und ganz weit abgeschlagen die Haitianer. Die einzige Ausnahme bilden reiche Haitianer der Oberschicht die hier leben. Zum Beispiel ist meine Französischlehrerin Haitianerin.
Durch die steigenden Lebensmittelpreise gibt es derzeit starke Unruhen in Haiti:
http://www.stern.de - Steigende Lebensmittelpreise - Unruhe in Haiti
Es ist wirklich eine Insel mit zwei Welten. Eine lateinamerikanische und eine andere afrikanische.
Jan David
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Sonntag, 6. April 2008
Bremen Vier Weltweit

Ich habe das Bremen Vier Interview mit Jan David aufgezeichnet. Wer es also verpasst hat kann einen Kommentar hinterlassen, ich sende die Mp3 (05:15, 96 kBit/s, 3,60 MB) dann per E-Mail an Euch.
Ingmar
Labels: en general
Mittwoch, 27. Februar 2008
Klassenfahrt in der Karibik
Hallo!
Am letzten Mittwoch ging es auf meine Kursfahrt hier in der Karibik. Eigentlich sollte es schon im November letzten Jahres losgehen, aber da das Gebiet zu dem Zeitpunkt vom Hurricane verwüstet war, wurde es verschoben.
Wie immer bei einer langen Reise trafen wir uns sehr früh morgens. Und diese Reise war wirklich lang, denn das Ziel der Klassenfahrt war der Süden des Landes. Da in der Mitte der Dom. Rep. ein großes Gebirge liegt mussten wir zunächst nach Südosten fahren um dann nach Westen zu drehen. Alles in allem war es wohl die längste Strecke, die man in diesem kleinen Land fahren kann. Die lange Reise hat sich allerdings absolut gelohnt. Der Süden ist die am wenigsten bevölkerte, ärmste und ländlichste Region in der Dominikanischen Republik. Allerdings bietet dieses "Campo" auch wunderschöne Strände und andere tolle Orte, die man fast alleine genießen kann.
Am ersten Tag fuhren wir zunächst zu den "Dunas de Bani", den einzigen Wanderdünen des Landes. Eine Besonderheit hierbei ist, dass sie zu sehr großen Anteilen aus metallischen Mineralien* (ich hoffe, ich habe das richtig übersetzt) bestehen. Dazu haben wir auch einen kleinen Versuch gemacht, indem wir einen Elektromagneten in den Sand geworfen haben und dann alle magnetischen Körner daran hängen blieben. Wie schon bei anderen Exkursionen, fiel mir wieder hier auf, wie gut organisiert doch Camping Tours ist. Nach den Dünen ging es in eine Salzgewinnungsanlage, oder kurz auf Spanisch: "Salina". In dieser Salina wurde uns erklärt, wie das Salz gewonnen wird und wofür man es verwendet. Die ganze Anlage hatte durch die verrosteten Gleise und der brütenden Sonne ein bisschen die Wildwestromantik einer Geisterstadt.
Nach der Salina wurde es nicht weniger salzig. Denn es ging zu der Laguna de Oviedo, einem großen Salzsee. Der Salzgehalt ist dreimal so hoch wie im Meer. Wir fuhren mit kleinen Booten auf den See hinaus, um dort die Insel Cayo de las Iguanas anzusteuern. Wie der Name schon sagt, leben auf dem kleinen Eiland jede Menge Leguane. Wir guckten uns die kleine Insel mit den sehr scharfen Felsen an und dann machten wir uns auf dem Rückweg. Da es mittlerweile windiger war und die Boote nur mäßigen Schutz baten, machte uns die Gischt klitschnass. Das ganze Salz klebte an uns und so freuten wir uns alle nur noch darauf sich in dem Haus von Camping Tours zu waschen. Zwar gab es kaum Duschen, dafür allerdings einen Fluss, der so gestaut wurde, dass man sich bequem drin waschen konnte. Er war zwar etwas kühler, aber immer noch wärmer als die Gebirgsflüsse auf dem Pico Duarte. Die Nacht war dann, typisch klassenfahrtsmäßig, nicht mit sehr viel Schlaf gesegnet.
Der nächste Tag war definitiv der Badetag der Klassenfahrt. Zunächst fuhren wir zu einer Quelle mit Schwefelhaltigem Wasser. Es hat zwar nach verdorbenen Eiern gerochen, was einen nicht unbedingt dazu ermunterte ins Wasser zu gehen, allerdings ist Wasser sehr gesund. Da es auch kristallklar war, bin ich gleich reingehüpft. Danach fuhren wir zu einer superkalten Quelle um dort schwimmen zu gehen.
Nun ging es nach Afrika. Naja zumindest fast. Es ging nach Jimani an die Haitische Grenze. Schon auf dem Weg dahin merkte man, dass es eine bitterarme Region ist. Als wir dann an der Grenze ankamen, sah ich zum ersten Mal Hilfsorganisationen bei der Arbeit, denn ein UNICEF-Jeep überholte uns. Als wir auf die andere Seite nach Haiti gingen, wurde mir bewusst, dass ich nie zuvor in einem so armen Land gewesen bin. Auch wenn wir nicht wirklich im Land drinnen waren, merkte man schon die Unterschiede. Irgendein Fluss ist über die Ufer getreten und in dieser Überflutung standen noch leere Container herum; es schien so als ob es niemanden interessiere. An den Algenrändern konnte man erkennen, dass die schon etwas länger im Wasser standen. Die Grenze selber sah eher nach einem großen Schwarzmarkt, als nach einem Grenzübergang aus. Es wurde einem alles feilgeboten, was man sich nur vorstellen kann. Von Nahrungsmitteln über alkoholische Getränke bis hin zu Fernsehern und gefälschten Markenschuhen - alles. Was mir aber sehr stark aufgefallen ist, dass wirklich (fast) alle Haitianer tiefschwarz sind. Meine Klassenkameraden, die von Deutschen wenn nicht als Schwarz, dann wenigstens als farbig bezeichnet würden, sahen dort genauso weiß aus wie ich hier in der Dominikanischen Republik. Nach diesen Grenzeindrücken gab es endlich Mittagessen.
Nun guckten wir uns an einem weiteren Salzsee ein weiteres Mal Leguane an. Meine Klassenkameraden fanden die ein wenig langweilig und wollten sie mit Rufen und ein paar Stöckern zu mehr Action bewegen. An einem Panorama machten wir dann ein Jahrgansfoto. Allerdings sind dort nur zwei Drittel drauf, weil 20 der 60 Schüler keine Lust auf Klassenfahrt hatten. Auf der Rückreise machten wir noch an einer weiteren Quelle halt um uns zu baden. Diese Nacht war dann etwas erholsamer.
Am dritten Tag ging es zunächst in die Berge. Dort war es bitterkalt und da uns niemand bescheid gesagt hatte froren wir. Wir genossen von einer Hütte aus den Blick über ein wunderschönes Tal, das nach einem haitianischen Parkwächter benannt wurde. Nun machten wir uns endlich auf dem Weg zu einem der Höhepunkt der Klassenfahrt, dem Bahia de las Aguilas. Dies ist ein unberührter traumhafter Strand mit schneeweißem Sand und azurblauem Wasser. Wir badeten, obwohl es an dem Tag ziemlich kühl war, ausgiebig und genossen diesen wunderschönen Ort. Vorgelagert waren ein paar Korallenriffe und im Wasser lagen auf dem Sand Seesterne. Wenn jemals ein Ort dem Paradies sehr nahe kommt, dann dieser Strand. Ich war einfach nur fasziniert.
Um das Salz loszuwerden, aber auch um Spaß zu haben, fuhren wir danach Höhlen an, die mit Wasser gefüllt sind und gingen dort baden. Alle sprangen hinein. In einer benachbarten Höhle sahen wir Dominikaner, wie sie in eine Höhle hinabsprangen in der gut 15 Meter unter ihnen erst das Wasser begann.
Am Abend gab es das lang erwartete Lagerfeuer. Hier merkte man ziemlich schnell, dass der Campingtoursarbeiter mal Pfadfinder war, denn er spielte zunächst jede Menge Spiele, die auch ich von den Pfadis kenne. Langsam aber sicher wurde eine tolle Atmosphäre erzeugt. Am Ende saßen wir alle erschöpft aber glücklich am Strand unter einem Vollmond und Palmen und guckten in das Feuer. Wir nutzten diesen magischen Moment um über Probleme in unserem Jahrgang zu reden. Ich war darüber überrascht wie offen und ehrlich alle plötzlich geredet haben, denn normalerweise liegt genau darin das Problem. Nachdem wir die Probleme und Lösungen besprochen hatten, kamen wir auf die Idee sich mit allen zu versöhnen und so kam es zu einer tollen Gruppenumarmung. Alle wünschten sich das Beste. Am Ende sollte jeder allein über alles nachdenken und überlegen was er in Zukunft besser machen kann. Diesen sehr sinnlichen Moment habe ich versucht mit meiner Kamera festzuhalten und es ist mir auch ganz gut gelungen. Am Abend setzte sich das komplette Jungszimmer zusammen um gemeinsam über Mädchen zu reden.
Am letzten Tag stand nicht mehr viel auf dem Programm, da wir ja noch quer durch das Land zurück fahren mussten. Wir guckten uns den kürzesten Fluss des Landes an, der an einer Ecke des Strandes entspringt, an diesem entlangfließt und gleich ins Meer mündet. An diesem Kieselstrand setzten wir uns zusammen und ließen die Klassenfahrt Revue passieren. Wir waren uns einig, dass es ein absolut gelungener Ausflug war. Als Erinnerung nahmen wir alle einen Kiesel mit. Als letztes kletterten wir die Cascada de San Rafael herauf um uns dort zu baden. Wieder wurden viele tolle Fotos gemacht. Als wir danach dann das Gepäck in den Bus einluden und dem Haus Tschüss sagten, stimmte mich das schon ein wenig traurig. Aber dieses Gefühl des Tiefs nach so tollen Erlebnissen kenne ich ja. Wie im Gebirge kommt nach einem Berg immer ein Tal.
Jan David
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| Klassenfah |
*wahrscheinlich „Erz“, wenns magnetisch ist
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Dienstag, 26. Februar 2008
Ausflug zum Traumstrand
Hallo!
Am vergangenem Samstag veranstaltete eine Freundin von mir, die letztes Jahr mit AFS in Norwegen war, eine Reise zum Playa Rincon in Samaná um ihren Geburtstag zu feiern.
Da der Weg zu dem abgelegenen Strand sehr weit war, mussten wir uns schon um sechs Uhr morgens treffen. Auf dem Weg dorthin wurde erst einmal ein bisschen Schlaf nachgeholt. Nach ein paar Stunden fingen wir an Merengue und Bachata zu hören und die anderen Dominikaner spielten auf mitgebrachten Instrumenten dazu. Es war einfach fantastisch, wie sich die Stimmung schon auf dem Hinweg entfaltete. So kam einem der lange Weg gar nicht so lang vor.
Als wir am frühen Mittag ankamen, wurde uns klar, warum der Strand "Rincon" heißt. Das bedeutet nämlich so viel wie "entlegene Ecke" und genau das ist er auch, etwas abseits von allem. Aber deshalb hatten wir auch den ganzen Traumstrand fast für uns alleine. Wir machten viele Fotos vom Strand und vom wunderschönen Fluss der dort in das Meer mündet. Nachdem wir gegessen und im Meer gebadet hatten, kamen wir auf die Idee den Fluss ein wenig zu erkunden. Tomas und Reid, zwei Austauschschüler in Santiago, liehen sich ein Boot und wir fuhren damit ein wenig auf dem seichten Fluss. An einer Mangrove sahen wir Dominikaner in den Fluss springen und fanden die Idee so cool, dass wir es selber machen wollten. Also kletterten wir auf den Baum und sprangen ins kühle Wasser. Dabei haben wir ein paar tolle Fotos gemacht.
Am Abend ging es dann nach ein paar tollen Erlebnissen wieder zurück. Wir alle waren sehr erschöpft und schliefen wieder im Bus. Ein weiteres tolles Erlebnis.
Bis dann und viele liebe Grüße!
Jan David
| Playa Rincon |
Labels: excursión
Montag, 25. Februar 2008
El dia de San Valentin
Hallo!
Wie auch in Deutschland wird hier in der Dominikanischen Republik der Valentinstag gefeiert. Allerdings ist er hier deutlich wichtiger und er ist nicht nur der Tag der Liebe sondern auch der Tag der Freundschaft. So ist es durchaus üblich, dass man an seine besten Freunde Briefe schreibt und kleine Geschenke verschenkt.
An den Vortagen konnte man schon sehr schnulzige Lieder über den "Dia del amor" im Radio hören und viele waren ein wenig aufgeregt. Am Tag selber gingen fast alle mit roten oder weißen Klamotten zur Schule denn es bestand keine Pflicht zur Schuluniform und diese beiden Farben sind die Farben von Valentin hier. In der Schule gab es keinen richtigen Unterricht sondern eine ewig lange Pause in der man mit seinen Freunden beisammensaß, Geschenke verteilte oder von den Valentinsengeln (Mädchen aus dem Abschlussjahrgang) selber vorher von Freunden verschickte erhielt. Als die Chemielehrerin dann doch Lust auf Unterricht hatte und diesen gerade begonnen hatte, kamen wieder die Valentinsengel hineinspaziert und sangen Liebeslieder, die man ebenfalls vorher bestellen konnte.
Zwei Tage vor Valentin veranstaltete mein lokales AFS-Komitee ein kleines Sit-In bei einem Voluntario und wir feierten gemeinsam den Tag der Freundschaft. Es war eine sehr nette kleine Feier und es wurde viel Pizza und Kuchen gegessen und Schokolade verschenkt. Klein aber Fein.
Am Abend ging dann die gesamten Pärchen essen oder in das Kino. Ich schloss mich mit meiner Freundin diesem Trend an und wir guckten im Kino die Verfilmung von Marquez "Armor en el tiempo del Colera", "Liebe in Zeiten der Cholera". Ich fand den Film selber sehr gut, ich hätte nicht gedacht, dass ein Film der vollständig nur von der Liebe handelt, dennoch nicht kitschig wird.
Am nächsten Morgen wollte ich, obwohl ich erst nach zwölf zu Hause angekommen bin, wie gewohnt um halb sieben aufstehen und mit meiner Familie zur Schule fahren. Als ich dann aber mitbekam, dass alle noch schliefen, weil sie noch später als ich wiedergekommen sind, habe ich mich noch einmal schlafen gelegt. Irgendwie haben wir wohl uns gemeinsam einen freien Tag genehmigt. In der Schule wäre sowieso nur Karneval gewesen.
Bis dann und viele liebe Grüße!
Jan David
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| Dia de San Valentin |
Labels: fiesta
Mittwoch, 6. Februar 2008
Serie del Caribe
Hallo!
Im Moment findet die Serie del Caribe hier in Santiago statt. Das ist sozusagen die karibische Meisterschaft des Baseballs. Dieser Sport ist allerdings hier in der Karibik hauptsächlich nur in Venezuela, Puerto Rico, Mexico und der Dominikanischen Republik populär. Die Mannschaft, die in diesen vier Ländern die Meisterschaft gewonnen hat, wird zur Nationalmannschaft und tritt in der Serie del Caribe gegen die anderen besten Mannschaften an. In diesem Jahr gibt es allerdings eine kleine Änderung, denn Puerto Rico konnte aufgrund von Problemen in der eigenen Liga nicht antreten. Dafür ist der dominikanische Vizemeister Los Tigres de Liscey eingesprungen.
Am Dienstagabend bin ich mit Freunden von mir zu dem ersten Baseballspiel in meinem Leben gefahren. Es spielte República Dominicana (Las Aguilas) gegen México. Mein erster Eindruck war, dass das Stadion im Vergleich zum Weserstadion einfach winzig ist. Dadurch dass das Spielfeld eine fast Viertelkreisform hat, sind die Sitzreihen deutlich anders als in einem Fußballstadion angordnet. Die hintern Sitze, weiter weg vom Spielfeld, waren viel günstiger als die der ersten Reihe. Wir bezahlten ungefähr drei Euro Eintritt, nah am Spielgeschehen ist man mit ungefähr 33 Euro dabei. Und das obwohl man von beiden Stellen aus fast gleich gut sehen kann. Etwas sehr kurioses war, dass Orange, eine Telefongesellschaft, für die gesamte Meisterschaft Tickets für einen ganzen Tribünenblock gekauft haben und dort Studenten dafür bezahlt haben mit Farbplakaten Werbung zu machen. Das Spiel selber fand ich totlangweilig. Die meiste Zeit standen die Spieler rum und haben nichts gemacht. Wenn dann mal ein bisschen Action war habe ich es nicht wirklich verstanden, denn Baseball hat so unglaublich viele Regeln, dass ich diesen Sport einfach nicht verstehe. Aber das tolle war einfach das Gefühl dabei zusein. Am Ende hat dann die Dominikanische Republik gewonnen. Heute Abend am Donnerstag wird es dann das Finalspiel geben. Ich bin gespannt, denn es sieht sehr gut für die Dominikanische Republik aus.
Jan David
Nachtrag:
Bei dem Finale trafen die Aguilas auf Licey. Es ist eine sehr seltsame Situation entstanden, denn nun hat Licey gewonnen. Also sind Aguilas die dominikanischen- und Licey die karibischen Meister.
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| Serie del Caribe |
Labels: party
Sonntag, 27. Januar 2008
Ein Grund zum Feiern
Hallo!
Diese Wochenende gab es in Santiago mehr als nur einen Grund zu feiern. Zum einen ist es der 193 Geburtstag von Juan Pablo Duarte, einem der "Väter" der Dominikanischen Republik und zum anderen sind "Las Aguilas" Baseballmeister geworden und werden nun bei der karibischen Meisterschaft in Santiago gegen Venezuela und Mexico antreten. Puerto Rico kann diese Meisterschaft leider nicht antreffen, da ihre Baseballliga zur Zeit in einer Krise steht.
Der Tag begann schon in der Schule besonders. Dort gab es zum Geburtstag von Juan Pablo Duarte viele Aufführungen zum Thema. Alle Klassen stellten führten etwas auf. Manche tanzten, andere spielten ein Theaterstück und wieder andere verkleideten sich als typische Dominikaner. Vom Beachboy zum Telefonkartenverkäufer und vom Schuhputzer bis zum Millionär war einfach alles dabei. Der Höhepunkt war eine Art Parade der Besten. Alle Schüler die einen Notendurchschnitt von 90,0 oder besser auf einer Skala von 0-100 Punkten hatten, marschierten in Paradeuniformen und dem Schulbanner in die Turnhalle. Alle waren ungeheuer Stolz auf ihr Land. Dieser Patriotismus ist für mich schon mal etwas neues, denn in Deutschland ist Nationalstolz ja verpönt. Ich fand die Vorstellungen sehr schön auch wenn manche Dinge mir natürlich sehr fremd und eigenartig vorkamen.
Am Abend war ich auf einem Konzert in der Nähe des Monumentes im Herzen Santiagos. Während dieses Konzertes hörte man von überall Freudenschreie der Aguiluchos, denn diese waren auf dem besten Wege zu gewinnen. Als dann auch noch der Aguilasmerengue gespielt wurde, war es endgültig sicher, Las Aguilas werden gewinnen. Nachdem abgepfiffen wurde, gingen alle mit und ohne Auto auf die Strasse und feierten ihre Mannschaft. An die Autos wurden Dosen gehängt und hinterhergeschliffen, alles war laut aber einfach faszinierend. Nur der Nachhauseweg war sehr sehr seltsam, denn wir mussten an dem Monument vorbei. Hier war allerdings halb Santiago versammelt und trank und feierte. Natürlich fielen wir als "Gringos" auf und alle Leute dachten wir wären Touristen. Im Endeffekt war ich sehr froh zu hause in meinem Bett zu liegen.
Am nächsten Tag war es fast so ruhig wie an Neujahr. Man merkt es den Dominikanern an, dass sie sehr gut im Feiern sind. Allerdings mögen sie ihren Brugal einfach viel zu gerne, also sind sie alle am nächsten Tag total verkatert. Aber es war ja auch wirklich ein Grund zum Feiern.
Jan David
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| Bestenpara |
Labels: party
Donnerstag, 17. Januar 2008
Im Fernsehen
Hallo!
Am Mittwoch rief der Präsident von AFS in meiner Region an und fragte, ob ich nicht Lust hätte am Donnerstag, dem 17. Januar mit ihm und anderen Austauschschülern zu einem Fernsehsender zu gehen. Er meinte es sei eine Art Interview, und würde dann eine Woche später gesendet werden. Aber natürlich war es dann doch ein wenig anders. Als ich um halb neun am Studio hier in Santiago ankam, waren Hannah und Catherine schon da. Bald kam auch Marco, der Präsident von AFS hier im Cibao. Nur Carole ließ noch auf sich warten. Als wir vor der Tür zum Studio standen, meinte er plötzlich dass es live sei, und dass es nach der Werbung sofort losginge. Also ging es ab ins Studio und wir setzten uns auf die Couch. Es war so eine Art Talkshow. Sie lief auf dem Canal 27, der wohl hier in Santiaog relativ bekannt ist. Kaum saßen wir, ging es auch schon los. Zunächst wurde Marco allgemein über AFS interviewt. Er machte es echt professionell und lässig. Dann wurde ich gefragt, wie denn mein Erfahrungen und Abenteuer bis jetzt so seien. Ich war froh alles wirklich verstanden zu haben und antwortete so gut wie es halt mein Spanisch zuließ. Danach kamen noch andere Fragen wie wir uns denn eingelebt hätten, wie es mit den Familien und der Schule so steht, was unser Lieblingsessen hier sei und was uns am meisten hier gefällt. Am Ende kam noch die eine Moderatorin auf die glorreiche Idee mich aufzufordern mit Catherine Merengue zu tanzen. Ich denke, dass ich sie dazu motiviert habe, indem ich meinte, dass die Musik und die Tänze hier so schön seien. Ich habe mich sehr wie ein "Gringo" angestellt und ich denke, dass die Dominikaner ein bisschen was zu lachen hatten, aber was blieb mir denn anderes übrig, als das zu machen, was mir die Moderatorin sagt?
Zum Abschluss machten wir noch schnell ein paar Fotos. Endlich kam auch Carol mit ihrer Mutter ins Studio. Für das Interview war es zu spät, aber auf die Fotos ist sie noch gekommen.
Nach dem kleinen Fernsehauftritt gingen wir noch gemeinsam in den Plaza Internacional und haben bei einem leckeren Kaffee über dieses Erlebnis gesprochen. Der Sender hat versprochen uns Kopien von den Bändern zu geben. Aber ob das klappt, steht sehr dominikanisch in den Sternen. Alles in allem war das jetzt der zweite Auftritt von mir im Fernsehen, nach dem ich mit vier Jahren oder so "auf Helgoland 12 Grad" beim Wetter im Ersten sagen durfte.
Bis dann und viele liebe Grüße aus der Karibik!
jd
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| Im Fernsehen |
Labels: AFS
Sonntag, 13. Januar 2008
Pico Duarte
Hallo!
Gleich zu Anfang dieses Jahres machten wir AFSler in der Dominikanischen Republik uns dazu auf den höchsten Berg der Karibik, den „Pico Duarte“ zu besteigen. Die Reise begann für uns am Mittwochmorgen des 02. Januars 2008. Gemeinsam fuhren wir durch die Berge zu dem Haus am Fluss, in dem wir die Nacht über bleiben und von dem aus die Tour zum „Pico“ starten sollte. Auf der Fahrt kam sofort Stimmung auf, wie es immer bei AFS-Aktivitäten ist. Angekommen richteten wir uns ein und mussten feststellen, dass es keine Betten, Luftmatratzen oder Isomatten gab. Also mussten wir mit dem Schlafsack direkt auf dem kalten und harten Steinboden schlafen. Die Nacht war echt mies, wir haben gefroren und irgendwelche Leute konnten es einfach nicht lassen zu quatschen, sodass wir, als wir um vier Uhr morgens aufstehen mussten, alle kaum geschlafen haben. Zum Frühstück gab es Sandwichs und wir bekamen ein Paketchen mit Snacks für den Weg. Viele hatten ihr T-Shirt an, das wir für diesen Trip am Vortag bekommen hatten.
So begann nun der erste Wandertag. Einige hatten sich ein halbes Maultier gegönnt, aber die meisten machten sich zu Fuß in der Stockfinsterniss auf. Es war erstaunlich frisch für die Karibik aber daran sollten wir uns noch gewöhnen müssen. Alle waren von der Nacht noch sehr müde und so waren die Gespräche noch sehr zurückhaltend. Aber mit dem Tag erwachten auch wir und es begann richtig Spaß zu machen. Langsam konnte ich von meiner Wandererfahrung durch die Pfadfinder profitieren. Der Weg war oft steinig und steil, aber die Aussicht und Eindrücke entschädigten für vieles. Am späten Nachmittag kamen wir "Jungs", also Felix, Robin und ich, als eine der ersten im Lager auf gut 2500 Meter Höhe an. Hier war es mittlerweile echt kühl. Da wir Hunger hatten, versuchten wir die sonst fast ungenießbaren Miniwürstchen aus der Dose über dem Feuer zu braten und zu kochen, aber wirklich besser wurden sie dadurch nicht. Robin ging es nicht sehr gut und als er zum Arzt ging stellte sich heraus, dass er Wasser in der Lunge hatte und er bekam eine Spritze dagegen. Als wir unsere Zelte bezogen stellte sich eine kleine Fehlplanung heraus. Es gab zwei Zelte für 40 Personen. Als sich dann der Abend näherte verwandelten wir uns notgedrungen in Sardinen und bezogen unsere Büchse. Es war auch gar nicht so schlecht, bis es anfing total zu regnen und zu stürmen. Das Zelt regnete durch und wir wurden pitschnass. Von den Sachen, die aus Platzmangel draußen vor dem Zelt lagen möchte ich gar nicht reden. Alle waren genervt, wollten nach Hause und hatten einfach kein Bock mehr. Die Nacht schaffte es noch mieser als die erste zu sein. Um zwölf gratulierten wir dennoch alle Linda zum siebzehnten Geburtstag. Am nächsten Morgen war ich der einzige der um vier Uhr aufstand und auf den „Pico Duarte“ wollte. Allerdings wurde das dann doch abgeblasen, weil die Guides entschieden, dass es bei dem Nebel und Regen zu gefährlich sei. Und sie sollten Recht behalten.
Als wir dann gegen Acht wirklich aufstanden, frühstückten und uns zum Tal aufmachten, war die Stimmung kaum besser, da nun alle merkten, dass ihre Klamotten klitschnass waren. Ich hatte total Glück, dass alle meine Sachen im Rucksack in Plastiktüten eingepackt waren und der Rucksack noch mal in einem großen Müllbeutel steckte. Nun ging es endlich los. Zunächst ging ich mit Jesús, einem Italiener und ein paar anderen Leuten, aber dann schloss ich wieder zu Felix und Co auf. Er hatte nur ein T-Shirt und eine kurze Hose an, die völlig durchnässt waren. Aber für so einen richtigen Schwaben ist das wohl nichts. Ich habe für meinen Teil auch dicker angezogen ein wenig gefroren. Der Weg zog sich und war leider nicht mehr so schön wie am Vortag, denn dieser Teil des Berges wurde vor drei Jahren von einem Waldbrand heimgesucht. Deshalb standen alle Bäume wie tot nur noch als Stümpfe da. Beim Abstieg kam ich mir wie in einem schlechten Horrorfilm vor, als acht oder zehn Raben auf dem Ast eines toten Baumes saßen und Furcht erregend krähten. Von diesem Punkt aus konnten wir allerdings endlich unser Ziel für den Tag sehen, das Lager im Tal. Dort angekommen erwartete uns eine schöne heiße Suppe. Ich kann mich nicht entscheiden ob die oder das Waschen im eiskalten Gebirgsfluss besser war. Das war bitternötig, denn es war die erste Möglichkeit seit Mittwochmorgen. Leider erfuhren wir auch die Nachricht, dass ein dreizehnjähriges Mädchen aus einer anderen Gruppe beim Besteigen des Picos verloren gegangen ist.
Ich bezog ein sehr deutsches Zelt mit Felix, Robin, Isabel, Sebastian, Merle, Linda und Gabi. Außer Gabi waren wir alle deutschsprachig, was mal sehr cool war. Gabi hatte einen Pokerkoffer mitgebracht, also hatten wir auch eine echt coole Beschäftigung. Am Abend kamen noch ein paar Leute aus anderen Zelten vorbei und wir hatten eine kleine Party.
Am nächsten Morgen hatten wir keine Aufstehzeit, aber wir gingen so um neun zum Frühstück, nachdem wir Gabi zum 18. Geburtstag gratuliert haben. Die Nacht über ist wieder ein wenig Wasser in das Zelt gekommen, aber ich habe die Mülltüte über das Fußende meines Schlafsacks gezogen, sodass er nicht nass wurde. Mal eine echt gute Idee, denn sonst hätte er direkt in einer großen Pfütze gelegen. Der Tag wurde mit Klamotten am Feuer trocknen, chillen und pokern verbracht. Am Nachmittag gingen wir fast alle zu einer nahe gelegenen Badestelle und hatten dort viel Spaß. Am Abend merkten wir, dass wir wohl ein wenig zu viel von dem Vorabend geschwärmt hatten, denn plötzlich war über die Hälfte des Camps bei uns im Zelt. Da sag mal einer, dass Deutsche langweilig wären und dass wir überhaupt nicht feiern und Spaß haben können. Aber dieser Abend wurde noch viel lustiger.
Der nächste Tag war eigentlich genau so entspannt wie der vorherige. Wir chillten, redeten, machten Unsinn und gingen wieder im eiskalten Fluss baden. Dort bewies mir Jesús, dass er wirklich über Wasser gehen konnte. Am Abend packten wir alle Sachen zusammen, die wir nicht direkt für den nächsten Tag brauchten. Da wir zeitig aufstehen mussten gab es keine Party mehr, auch wenn es allen Grund dafür gab, denn das verlorene Mädchen wurde wiedergefunden. Ihr geht es gut, sie hat die Nacht an einem Baum lehnend verbracht.
Am nächsten Morgen standen wir um sechs auf und machten uns für den Weg fertig. Da es die Nacht über geregnet hatte, wurde es eine verdammt schlammige Angelegenheit. Meine Chucks wogen plötzlich das dreifache und es machte auch nichts mehr aus, ob ich in eine Pfütze trat oder nicht, denn sie konnten nicht mehr nasser werden. Auch meine Hose war schon so eingesaut, dass wir am Ende nur noch den direkten Weg und nicht mehr den schlammfreisten nahmen. Ich wanderte wieder mit Felix, Sebastian und zeitweise auch mit Isabel. Zum Glück ging es bergab besser und schneller als bergauf. Auf dem Weg wurden wir von einem verrückten Sportler überholt, der mit einem kleinen Radio und Sportrucksack den Berg hinunter rannte. Er war mit Abstand der coolste Typ, den wir getroffen haben. Am Ziel angekommen, stand schon der Bus da und wir mussten nur noch auf den Rest warten. An einem Fluss wuschen wir den gröbsten Dreck ab und zogen uns halbwegs saubere Klamotten an. Wir kauften uns Proviant für die Rückfahrt und setzten uns glücklich und erschöpft in den Bus.
In Santiago angekommen, wollte ich nur noch Duschen und in mein Bett um endlich zu schlafen. Obwohl ich am nächsten Tag eigentlich zur Schule wollte, konnte ich nicht und ich war sehr über einen Tag Ruhe erfreut. Es war eine wunderschöne, erlebnisreiche, aber auch sehr anstrengende Fahrt.
An dieser Stelle möchte ich meinen Großeltern danken, die mir diese Fahrt ermöglicht haben.
Viele liebe Grüße aus der Karibik!
Jan David
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| Pico Duarte |
Labels: AFS
El 31 de diciembre
Hallo!
Nach einigen technischen Problemen komme ich nun endlich(!) dazu über Silvester zu schreiben. Das Silvesterfest ist normalerweise fast genauso wie in Deutschland. Man trifft sich mit Freunden oder Familie, isst etwas, feiert und erwartet das neue Jahr. Dann wird hier unglaublich gefeiert und geknallert. Dieses Jahr war der Verkauf von Feuerwerksartikeln allerdings verboten, weil viele Kinder sich in den letzten Jahren verletzt haben. Aber wie die Dominikaner so sind, hat sie das nicht ernsthaft davon abgehalten sich dennoch Raketen und Böller zu kaufen. Also erstrahlte der Nachthimmel um Mitternacht im grellen Licht der tausenden Raketen. Ich war bei einem Freund eingeladen und kurz vor 12 begaben wir uns auf das Dach des Mietshauses um uns das Spektakel anzusehen. Es hat sich echt gelohnt. Danach mussten wir uns noch für eine der vielen Neujahrsfeiern entscheiden und genossen die ersten Stunden des neuen Jahres.
Am ersten Januar hat man gemerkt, was mit Dominikanern passiert, wenn sie richtig schön feiern. Am nächsten Tag war das halbe Land total verkatert. Es war der ruhigste Tag in diesem Land, seitdem ich hierbin. Fast alle Geschäfte waren geschlossen und auch die Straßenverkäufer blieben zu Hause. Für mich begannen aber nun die letzten Vorbereitungen für die Tour zum Pico Duarte.
Viele liebe Gruesse,
Jan David
Labels: party
Dienstag, 1. Januar 2008
Weihnachten
Hallo!
Endlich komme ich dazu über das Weihnachtsfest zu schreiben. Weihnachten hier ist viel mehr Party und es ist einfach alles andere als die "stille Nacht, heilige Nacht" in Deutschland. Von überall hört man Musik und allein bei uns im Wohngebiet gab es Heiligabend zwei große Partys. Bei uns war an Heiligabend die ganze Familie zum traditionellem Weihnachtsschweinessen eingeladen. Das war echt superlecker. Nach dem Essen habe ich mich sehr nett mit meinem taubstummen Cousin "unterhalten". Das Gespräch ging über den 11. September und den Irakkrieg. Echt mal eine andere Erfahrung das alles durch Zeichensprache verstehen zu versuchen. Aber da das echt logisch ist habe ich fast alles verstanden.
Die "Bescherung" findet hier am morgen des 25. Dezembers statt. Allerdings ist es nicht so üblich Erwachsenen wirklich Geschenke zu machen, es ist eigentlich nur bei (kleinen) Kindern üblich.
Allgemein war das Gefühl an Weihnachten sehr komisch, denn das ist echt das Fest der Familie, zummindestens für mich. Auch wenn viele Sachen besonders waren, ich habe die Bräuche und Gewohnheiten aus Deutschland schon vermisst. Aber nächstes Jahr ist es ja wieder alles wie gewohnt. Dennoch fand ich das Weihnachtsfest alles in allem echt schön.
jd
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| Weihnachts |
Labels: familia






