Hallo!
Die Fortbewegung hier ist etwas anders als in Deutschland und ich finde es lohnt sich einmal darüber zu schreiben. Zum einen gibt es die privaten und zum anderen die öffentlichen Verkehrsmittel. Privat fahren viele Leute, die es sich leisten können einen Jeep, denn teilweise sind die Straßen echt mies. Wenn man nicht gefahren werden kann, kann man ein Taxi rufen. Dies kostet ungefähr 150 Pesos, also drei Euro. Das klingt zwar recht günstig, aber auf die Dauer läppert es sich dann doch ganz schön. Ansonsten gibt es noch die wirklichen öffentlichen Verkehrsmittel:
- Der Voladora / Guaga
Dies ist ein Minibus, der bestimmte Routen abfährt. Er ist in etwa so groß wie ein VW-Bulli. Seine Seitenschiebetür ist immer geöffnet und eine Person guckt raus und achtet darauf, wer mitfahren möchte. Man stellt sich also am Straßenrand einer Route und wartet bis man den Guaga sieht, streckt dann den Arm aus und wartet bis dieser anhält. Man muss ungefähr 15 Pesos, also ein Zehntel eines Taxis bezahlen. Eigentlich ist diese Art der Fortbewegung ziemlich bequem, auch wenn es eigentlich immer sau eng ist und die Leute sehr schwitzen. Allerdings kann man auch manchmal Pech habe und einem wird ein Fernseher oder so auf den Schoß gesetzt, der einem bei jedem Schlagloch in die Rippen rammt, wie mir heute. Wenn der Guaga sehr voll ist kann es auch vorkommen, dass man sich in der Tür hängen muss. Dort ist es zwar angenehm frisch, aber es nervt schon ein bisschen sich da immer festzuklammern. Ich habe schon 27 Personen in einem Guaga gesehen, aber dann ist die Kapazität endgültig erschöpft.
- Das Concho
Der Concho funktioniert genauso wie ein Guagua. Allerdings sind das normale Autos die die Strecken abfahren. In ein solches Concho passen dann sechs Passagiere, zwei vorne und vier auf der Rückbank. Obwohl diese Conchos eigentlich das Gleiche wie Guaguas machen, bezahlt man nur 10 Pesos für eine Fahrt.
- Das Motoconcho
Das Motoconcho ist eine Art Motorradtaxi. Die Motorradfahrer fahren mit einem speziellem Leibchen die größeren Straßen aufund ab und warten darauf, dass jemand sie auffordert sie mitzunehmen. Dann sagt man wohin es gehen soll, verhandelt über den Preis und schon geht es los. Natürlich ohne Helm. Auf ein Motoconcho passen mit dem Fahrer zwei weitere Personen und z.B. Gitarren. Man sieht auch private Motorräder mit vier Menschen drauf, aber mehr geht dann auch nicht.
Im Moment gibt es bei uns ein kleines Verkehrschaos. Ich wohne ein wenig abseits von Santiago und die Straße dahin wird auf großen Strecken umgebaut, denn sie soll verbreitert werden. Eigentlich ein sehr gutes Anliegen, allerdings nicht so genial geplant. Zunächst wurden große Strecken dieser Straße einfach aufgerissen, sodass da anstatt einer geteerten Straße nur noch eine Sandpiste existiert. Diese wurde von den extremen Regengüssen in der letzten Zeit deutlich in Mitleidenschaft gezogen und ist voll tiefer Schlaglöcher und nur noch bedingt befahrbar. Wir sind sofort auf eine andere Straße ausgewichen. Dies taten dann aber relativ schnell viele andere Autofahrer auch, sodass es zu großen Staus kam und auch diese Straße in den Dutt ging. Nun müssen wir wieder die andere Straße nehmen. Obwohl es nur ein guter halber Kilometer ist, auf der die Straße in diesem katastrophalen Zustand ist, braucht man dafür eine gute Viertelstunde. Manchmal wünsche ich mir das deutsche Straßenbauamt hierher...
Bis dann und viele liebe Grüße!
Jan David
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