Ich habe mich entschlossen hier sowohl einfach zu berichten was ich in meinem Auslandsjahr mache, als auch meine Eindrücke von hier zu reflektieren. Ich könnte jetzt wieder aufzählen wann ich mit wem wohin abends ausgegangen bin aber das würde das ganze ein wenig eintönig machen. Dennoch werde ich erstmal erzählen was hier so passiert ist:
In den letzten Tagen habe ich einen Großsteil der Familie meines Gastpapas kennengelernt, denn seine Mutter war das Wochenende und ein paar Tage vorher bei uns weil sie eine große Augenoperation hatte und deshalb noch nicht sofort nach hause fahren konnte. Daraufhin ist dann die Familie gekommen um sie zu besuchen, seelisch zu unterstützen und einfach mal abzulenken. War echt nett. Mein Gastpapa hat zwei große Brüder, eine große Schwester und einen kleinen Bruder. Seine Schwester ist sogar extra aus Florida hierhergekommen.
Am Samstag habe ich am Nachmittag drei andere Austauschschüler aus Santiago eingeladen. Reid und Hannah aus den Vereinigten Staaten und Tomas aus Belgien. Tomas ist ein ziemlich schräger Typ. Ich bin mir bis heute nicht sicher ob ich ihn ziemlich cool, oder nervig finde. Er ist so der saucoole und gechillte Strandtyp, er spielt Gitarre und singt in einer Rockband, raucht und trinkt verdammt viel. Na ja also wie man ihn findet ist jedermanns Sache, aber er ist nett. Hat aber auch eine echt gruselige Geschichte erzählt. Sein Bruder zu Hause in Belgien hatte vor drei Tagen einen Unfall. Irgendwie ist er in einen Stacheldraht gerannt und da mit dem Hals hängen geblieben. Es hörte sich richtig gemein an, aber anscheinend hat er schon das Schlimmste überstanden. Bin ich froh dass ich solche Probleme nicht habe...
Mein genialer Eindruck von dem tollen Umgang hier mit der Natur hat sich leider bestätigt. Zum einen sehen sie und wissen sie dass es in diesem Land einfach viel zu viel Müll gibt, aber dennoch sehen sie nicht ein Müll einzusparen wenn es möglich ist. Als wir Pizza gegessen haben, die wir uns bestellt haben, was am Sonntag war, war Nena unsere Hasuhälterin nicht da. Da man aber das Geschirr nicht selber abspülen kann muss man natürlich Plastikteller nehmen die man danach dann wegschmeißt. Na toll. Als meine Gastmama sie dann aus dem Schrank geholt hat, habe ich sie gefragt warum wir denn nicht die normalen nehmen, woraufhin sie dann fragte ob ich denn abwaschen wolle, was ich bejahte. Sie lachte aber nur herzlich, es war wohl eine rhetorische Frage. Gut ich bin jetzt gerade echt pingelig, aber wenn man einen so verschwenderischen Lebensstil die ganze Zeit sieht, dann kann auch ein kleiner Tropfen das Fass zum Überläufen bringen.
Das wars dann erstmal wieder.
Bis denn!
jd
Montag, 1. Oktober 2007
Eindrücke und Geschichten
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